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Vor der Besichtigung
Die Bilder gefallen, die Lage passt und auch der Kaufpreis liegt im vorgesehenen Rahmen – nun steht die erste Immobilienbesichtigung an. Für viele Kaufinteressenten ist das der Moment, in dem aus einem Immobilieninserat plötzlich ein mögliches neues Zuhause wird.
Bei aller Vorfreude lohnt es sich jedoch, die Besichtigung nicht nur aus dem Bauch heraus anzugehen. Ein Haus oder eine Wohnung sollte sowohl emotional als auch sachlich überzeugen. Mit der richtigen Vorbereitung können Sie die Zeit vor Ort optimal nutzen, wichtige Fragen klären und anschliessend besser beurteilen, ob die Immobilie tatsächlich zu Ihnen passt.
Vor der Besichtigung sollte das Inserat nochmals genau angeschaut werden. Eine gute Besichtigung beginnt nämlich bereits zu Hause. Lesen Sie das Verkaufsdossier aufmerksam durch und notieren Sie Fragen, die dabei entstehen.
Schauen Sie insbesondere auf Baujahr, Wohnfläche, Grundstücksgrösse, Anzahl Zimmer, Nebenräume, Parkierung und bereits ausgeführte Renovationen. Bei Stockwerkeigentum sind zusätzlich Angaben zum Erneuerungsfonds, zu Nebenkosten und gemeinschaftlichen Anlagen interessant.
Auch die Lage sollten Sie bereits vor dem Termin etwas genauer betrachten. Wie weit sind Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, öffentlicher Verkehr oder Arbeitsweg entfernt? Passt die Umgebung grundsätzlich zu Ihrem Alltag?
So verbringen Sie die eigentliche Besichtigung nicht damit, Informationen abzufragen, die bereits im Dossier stehen, sondern können sich auf die Immobilie und offene Punkte konzentrieren.
Der erste Eindruck zählt – aber nicht nur
Beim Betreten einer Immobilie entsteht meistens sehr schnell ein Gefühl: Hier könnte ich wohnen – oder eben nicht.
Dieses Gefühl darf durchaus Teil der Entscheidung sein. Schliesslich kaufen Sie nicht nur Quadratmeter, sondern möglicherweise Ihr zukünftiges Zuhause. Trotzdem lohnt sich ein zweiter, sachlicher Blick.
- Wie wirken die Räume tatsächlich? Entsprechen die Grössen Ihren Vorstellungen?
- Wie fällt das Tageslicht?
- Gibt es genügend Stauraum?
- Sind die Zimmer sinnvoll angeordnet?
- Wie ist die Aussicht und wie nehmen Sie Geräusche aus der Umgebung wahr?
Schauen Sie genauer hin
Bei einer Besichtigung dürfen Sie durchaus genauer hinschauen. Das bedeutet nicht, nach Fehlern zu suchen, sondern den Zustand der Immobilie realistisch einzuschätzen.
Achten Sie beispielsweise auf Fenster, Böden, Wände, Küche und Badezimmer. Fragen Sie nach dem Alter der Heizung und danach, wann grössere Bauteile zuletzt erneuert wurden. Im optimal Fall gibt es eine Sanierungsliste mit sämtlichen Informationen zu den letzten Renovationen der Liegenschaft. Bei uns der BRIMA immobilien ag gehört das zu den fixen Unterlagen, die unsere Kunden nach einer Besichtigung erhalten.
Bei älteren Immobilien können Dach, Fassade, Fenster, Leitungen oder Heizsystem künftig Investitionen erforderlich machen. Solche Punkte bedeuten nicht automatisch, dass eine Immobilie ungeeignet ist. Sie sollten aber in die eigene Finanzplanung einfliessen.
Entdecken Sie beispielsweise einen Fleck an einer Wand oder Decke, fragen Sie nach dessen Ursache, anstatt sofort von einem Schaden auszugehen.
Fragen sind ausdrücklich erwünscht
Eine Besichtigung ist genau dafür da, offene Fragen zu klären.
Interessant können beispielsweise folgende Punkte sein:
- Weshalb wird die Immobilie verkauft?
- Welche Renovationen wurden bereits vorgenommen?
- Welche Investitionen könnten in den kommenden Jahren anstehen?
- Wie hoch sind die laufenden Nebenkosten?
- Welche Heizung ist vorhanden?
- Was gehört zum Kaufpreis?
- Gibt es Dienstbarkeiten oder besondere Rechte und Pflichten?
- Bei Stockwerkeigentum: Wie hoch ist der Erneuerungsfonds?
- Sind grössere Investitionen der Stockwerkeigentümergemeinschaft geplant?
- Wann wäre die Immobilie verfügbar?
Nicht jede Frage muss während des ersten Rundgangs abschliessend beantwortet werden. Fehlende Informationen können auch nachgereicht oder abgeklärt werden. Vielfach sind die offen Fragen in den Unterlagen, welche nach einer Besichtigung zugesendet werden beantwortbar.
Besichtigung mit Kindern oder Haustieren
– sinnvoll oder eher nicht?
Gerade Familien möchten verständlicherweise wissen, wie ihre Kinder auf ein mögliches neues Zuhause reagieren. Für die erste Besichtigung empfehlen wir dennoch, wenn möglich ohne Kinder zu kommen.
Der Grund ist ganz praktisch: Eine Immobilienbesichtigung verlangt Aufmerksamkeit. Sie möchten Räume ansehen, Fragen stellen, zuhören und Details wahrnehmen. Gleichzeitig auf Kinder aufzupassen, kann davon stark ablenken.
Besteht nach der ersten Besichtigung ernsthaftes Interesse, können die Kinder bei einer zweiten Besichtigung bewusst mitgenommen werden. Dann geht es nicht mehr nur darum, die Immobilie sachlich zu prüfen, sondern auch darum, ob sich die ganze Familie dort wohlfühlen könnte.
Neben den Kindern werden manchmal auch Haustiere ungefragt zu einer Besichtigung mitgebracht. Es ist empfehlenswert, Hunde oder andere Haustiere zu Hause zu lassen. Sollte dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, klären Sie dies zuerst mit dem Makler ab. Häufig sind Liegenschaften noch bewohnt und ein ungebetener Gast kann eine komplette Besichtigung im Chaos enden lassen.
Nehmen Sie sich Zeit – auch nach der Besichtigung
Sie müssen sich nicht bereits beim Verlassen der Immobilie endgültig entscheiden. Wir von BRIMA bitten unsere Interessenten, uns innerhalb von ein bis zwei Tagen ein erstes Feedback zu geben. Das heisst, Sie teilen uns mit, ob Sie die Liegenschaft weiterverfolgen möchten oder nicht. In der Regel kann man so eine Aussage innerhalb kürzester Zeit treffen.
Für uns bedeutet „weiterverfolgen”, dass Sie nochmals darüber schlafen, mit Familien und Bekannten über die Liegenschaft sprechen, erste Finanzierungsgespräche mit Banken führen und im Grunde einfach weiterhin Interesse an der Liegenschaft zeigen.
Das bedeutet nicht, dass Sie die Liegenschaft auch kaufen wollen oder können, sondern dass Sie sie weiterverfolgen. Weitere Entscheidungen können dann nach und nach getroffen werden. Mit diesem Vorgehen stellen wir sicher, dass die Interessenten bei einer hohen Anfragezahl nicht zwischen das Raster fallen und somit alle Informationen zur Deadline für das Einreichen des entscheidenden Kaufangebots erhalten.
Gehen Sie die Besichtigung anschliessend nochmals für sich und mit dem Partner/Partnerin gemeinsam durch:
- Was hat uns besonders gefallen?
- Was hat uns gestört?
- Welche Fragen sind noch offen?
- Welche Investitionen wären notwendig?
- Passt die Immobilie wirklich zu unserem Alltag?
Gerade wenn mehrere Objekte besichtigt werden, hilft es, unmittelbar danach einige Notizen zu machen. Eindrücke verschiedener Immobilien vermischen sich erstaunlich schnell.
Wenn die Immobilie gefällt: Wie geht es weiter?
Besteht ernsthaftes Kaufinteresse, sollten Sie dies dem zuständigen Makler mitteilen. Je nach Verkaufsprozess folgt anschliessend ein Kaufangebot oder eine zweite Besichtigung. Spätestens jetzt sollte auch die Finanzierung ausreichend geklärt sein. Ein Kaufangebot sollte nicht leichtfertig abgegeben werden. Überlegen Sie sich deshalb vorab, welchen Preis Sie tatsächlich bezahlen können und möchten. Können Sie persönlich voll und ganz hinter diesem Preis stehen?
Bei grossem Interesse mehrerer Parteien kann es zu einer Angebots- oder Verhandlungsphase kommen. Dabei sollte nicht die Angst, die Immobilie zu verlieren, Ihre persönliche finanzielle Grenze bestimmen. Eine Immobilie muss nicht nur heute finanzierbar sein, sondern auch langfristig zu Ihrer persönlichen Situation passen.
Do's & Don'ts bei der Immobilienbesichtigung
Do's
- Bereiten Sie Ihre Fragen vor.
- Lesen Sie das Verkaufsdossier vor dem Termin.
- Kommen Sie pünktlich und planen Sie genügend Zeit ein.
- Betrachten Sie nicht nur die Einrichtung, sondern auch Grundriss und Bausubstanz.
- Fragen Sie nach Renovationen und zukünftigen Investitionen.
- Machen Sie sich nach der Besichtigung Notizen.
- Klären Sie Ihre Finanzierung frühzeitig.
- Vereinbaren Sie bei ernsthaftem Interesse eine zweite Besichtigung.
Dont's
- Lassen Sie sich nicht ausschliesslich von schönen Möbeln oder Dekoration beeinflussen.
- Fotografieren Sie private Räume und persönliche Gegenstände nicht ungefragt.
- Öffnen Sie nicht ungefragt Schränke oder persönliche Möbel der Eigentümer.
- Bringen Sie zur ersten Besichtigung nach Möglichkeit keine Kinder oder Haustiere mit.
- Treffen Sie keine Kaufentscheidung allein aus Zeitdruck oder Angst, das Objekt zu verlieren.
- Geben Sie kein Angebot ab, ohne Ihre finanzielle Situation zu kennen.
- Verwechseln Sie kleinere optische Mängel nicht automatisch mit grundlegenden Problemen der Immobilie.
Fazit: Nicht nur anschauen, sondern kennenlernen
Eine Immobilienbesichtigung ist weit mehr als ein Rundgang durch einige Räume. Sie ist die Gelegenheit, herauszufinden, ob aus einem interessanten Inserat tatsächlich Ihr zukünftiges Zuhause werden könnte.
Nehmen Sie sich deshalb Zeit, stellen Sie Fragen und betrachten Sie sowohl die schönen Seiten als auch die sachlichen Fakten. Die beste Kaufentscheidung ist nicht die schnellste – sondern jene, bei der Immobilie, Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten zusammenpassen.
Sie möchten wissen, was vor einer Besichtigung passiert? In unserem Beitrag zur Online-Schaltung zeigen wir, wie eine Immobilie präsentiert wird und Interessenten auf das Verkaufsangebot aufmerksam werden.


